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DateitypErste Verlegung in Büttelborn Seite drucken zurück zur vorherigen Seite
 || Nr.310 || Datum: 21:27:17 30.04.2011 ||
31. März 2011  | Von Marvi Mensch

Eine Verbeugung vor den Opfern

Erinnerung: Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt in der Mainzer Straße 10 die ersten Stolpersteine in Büttelborn

BÜTTELBORN. 
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Aus den dreißiger Jahren stammt diese Aufnahme des einstigen Hauses der Familie Stein in Büttelborn. Repro: Alexander Heimann



„Hier wohnte Hermann Stein. Jahrgang 1883. Deportiert 1942. Ziel unbekannt. Ermordet“. Um das Schicksal jüdischer Mitbürger, die von den Nationalsozialisten verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet wurden, in Erinnerung zu halten, werden künftig in Büttelborn zehn mal zehn Zentimeter große Messingsteine auf den Bürgersteigen vor ehemaligen Wohnhäusern jüdischer Mitbürger an deren gewaltsamen Tod oder Flucht erinnern.
Gestern, Mittwoch, ließ der in Köln lebende Künstler Gunter Demnig, der in 20 Jahren rund 28 000 Stolpersteine in ganz Europa verlegte und damit das größte dezentrale Denkmal der Welt schuf, in der Mainzer Straße 10 für die Mitglieder der Familie Stein fünf Stolpersteine im Trottoir ein. Büttelborn ist nach Mörfelden-Walldorf und Rüsselsheim die dritte Kommune im Kreis Groß-Gerau, in der Stolpersteine auf das Schicksal jüdischer Mitbürger aufmerksam machen.
Mehr als 100 Menschen versammelten sich vor dem Haus der Familie Trumpold gegenüber dem Rathaus, um dem Künstler bei der Verlegung zuzuschauen. Als er 1993 die Idee für die Stolpersteine entwickelte, habe er zunächst nur an ein konzeptionelles Kunstwerk gedacht. Allenfalls habe er mit ein paar hundert Steinen gerechnet, sagte der 64 Jahre alte Demnig.

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Großes Interesse herrschte am Mittwoch bei der Verlegung der ersten Stolpersteine in Büttelborn durch den Kölner Künstler Gunter Demnig, der mit seiner Idee das größte dezentrale Denkmal der Welt geschaffen hat. Foto: Alexander Heimann
Durch das von Bürgern und Kommunen getragene Projekt bleibe die Zahl von sechs Millionen von den Nationalsozialisten ermordeter Juden keine abstrakte Größe. Vielmehr würden individuelle Schicksale greifbar. Aus Gesprächen mit Nachkommen von Opfern wisse er, dass diese zwar erst einmal Trauer empfinden, sich aber auch über das durch die Stolpersteine geweckte Interesse freuen. Seien auch manche Bürger über die am Boden angebrachten Erinnerungsteine irritiert, würden diese insgesamt akzeptiert. „Man muss vor den Opfern eine Verbeugung machen, wenn man die Namen lesen will“, sagte Demnig, der betonte, in zehn Jahren nur drei Morddrohungen erhalten zu haben.
Sechs jüdische Familien lebten in Büttelborn, vier in Klein-Gerau und eine in Worfelden über Generationen hinweg einträchtig neben ihren christlichen Nachbarn, ehe sie von den Nationalsozialisten deportiert wurden oder ihnen die Flucht gelang, erinnerte Bürgermeister Horst Gölzenleuchter. „Nur wer die Vergangenheit kennt und Lehren daraus zieht, kann die Zukunft gestalten“, mahnte er. Was diese Menschen damals gefühlt haben, könne man nur erahnen. Sie seien Teil der Gesellschaft gewesen, manche hätten im Ersten Weltkrieg sogar ihr Leben für diese Gesellschaft gelassen. Der Bürgermeister wünschte sich, dass viele Passanten neugierig werden und stehen bleiben. Erinnerungen allein seien jedoch zu wenig. Wenn Menschenrechte verletzt würden, müsse man sich einmischen.
Landrat Thomas Will hoffte, dass noch weitere Kommunen im Kreis Stolpersteine von Gunter Demnig verlegen lassen. Er dankte dem Verein für Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau, dem Evangelischen Dekanat und der Gemeinde Büttelborn für die Realisierung des Projekts. Auch Walter Ullrich, Vorsitzender des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur, erachtete es für wichtig, mit Hilfe der Stolpersteine überall im Kreis die Erinnerung zu bewahren. Ullrich informierte, dass in Worfelden ein Stolperstein für die Familie Kahn geplant sei und dankte insbesondere Marie Beißwenger, die Kontakt zu ehemaligen jüdischen Mitbürgern halte.
Petra Kunik von der jüdischen Gemeinde Frankfurt betete zum Gedenken an die Ermordeten der Shoa. Sie betonte, als Jüdin seien ihr die Steine sehr wichtig. Auf dem Friedhof lese sie so viele Namen wie möglich, denn die Tradition wolle es, dass Menschen erwähnt werden, damit man an sie zu denke. Die Steine seien vor allem für Jugendliche lehrreich und Anstoß zum Nachdenken, sagte Petra Kunik.
Urkunden an die Projektpaten Else Trumpold, Norbert Friehl, Johanna Kreisel, Wilhelm Barthel und Gerhard Wicht überreichte Hans-Jürgen Vorndran vom Verein für Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau.

 
| Autor: Jürgen Hedderich |
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