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DateitypMitgliederbrief vom 5. September 2007 Seite drucken zurück zur vorherigen Seite
 || Nr.111 || Datum: 07:39:52 31.10.2007 ||

Mitgliederbrief Nr. 4, 2007

Rückblick: Osthofen-Fahrt, , Aktion Stolpersteine, 1:1-Aktion

Vorschau: Jubiläum des Landkreises, Berlin-Fahrt, Literarische Soiréen, 27. Januar 2008

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

im Mai haben Sie den letzten Brief bekommen und so möchte ich kurz berichten, was an wichtigen Dingen inzwischen passiert ist. Am 12. Mai fand, wie geplant, unser Ausflug in die Gedenkstätte des KZ Osthofen statt. Das Museum ist völlig neu gestaltet worden, auch unter Verwendung von EDV-Technologien, so dass auch Jugendgruppen gern mit den Dokumentationen umgehen. Osthofen war ein frühes KZ, 1933 entstanden und 1934 schon wieder geschlossen. Es diente ausschließlich der Terrorisierung politischer Gegner. Hier befanden sich also in erster Linie andersdenkende Deutsche, oft mit Hilfe ihrer „lieben“ Nachbarn der SA ausgeliefert. Ein Besuch kann in jeder Hinsicht sehr empfohlen werden. Und wenn man ausländische Gäste hat, so kann man hier gut zeigen, dass nicht „die Deutschen“ die Nazis waren, sondern gut zwei Drittel sie nicht gewählt hatten. Von diesen Deutschen zählten viele zu den ersten Verfolgten des ersten Kabinetts Hitler mit seinem deutsch-nationalen Koalitionspartner.

 

Die Aktion „Stolpersteine“ in Mörfelden-Walldorf hatte am 5. Juni begonnen und ist so wie im letzten Brief beschrieben verlaufen. Die Anteilnahme der Bevölkerung, vor allem der Schülergruppen war gut und beeindruckend. Dies blieb auch nicht ohne Wirkung auf den Kölner Künstler Gunther Demnig, mit dem für das nächste Jahr erste Vorbereitungen für die Verlegung der nächsten „Stolpersteine“ (im April 2008) getroffen werden konnten.

 

Die Werbe-Aktion 1:1 für neue Mitglieder (jedes Mitglied wirbt ein Neues) war bis Ende Juni mäßig erfolgreich, es gab sechs neue Vereinsmitglieder.

Am 16.9. wird es im Rahmen der Jubiläumsfeier des Kreises im Landratsamt eine weitere Gelegenheit geben, den Förderverein vorzustellen und um Mitglieder zu werben. Ab 10 Uhr wird der Verein im „Adam-Opel-Raum“ einen Info-Stand einrichten.

 

Gesucht werden dringend verbindliche Zusagen vom Mitgliedern, die den Verein dort vertreten wollen (Meldungen unter 06151/4037612).

 

Inzwischen funktioniert auch unsere Website einigermaßen. Jedenfalls werden jetzt unsere Veranstaltungen dort angezeigt und es gibt Berichte darüber. So kann man einen ausführlichen Bericht von Hans-Jürgen Vorndran über die Aktion „Stolpersteine“ dort                                                                      

 

nachlesen. Unter „Wissenschaftliche Arbeit“ fehlt noch vieles, die Mediothek muss erst noch erarbeitet werden. Aber unseren Mitgliederbrief können Sie dort schon nachlesen. Unsere Internet-Adresse noch mal: www.fjgk.de.

 

Dieses Jahr beteiligt sich unser Förderverein nochmal am „Tag des offenen Denkmals“, der bundesweit am Sonntag, dem 9.9. statt findet. Das Motto des „Tages des Offenen Denkmals“ lautet diese Jahr „Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten“. Darum

öffnen wir unsere ehemalige Synagoge von 11 bis 17 Uhr. Nicht nur der Vorstand, Sie alle sind aufgerufen, innerhalb dieses Zeitraums zu kommen und unseren Verein zu vertreten. Verbindliche Anmeldungen nehmen wir unter den bekannten Tel.-Nummern entgegen.

 

Die Berlin-Fahrt findet wie geplant Ende September statt. Da der Anmeldeschluss bereits am 31.März war, ist hier auch eine spontane Beteiligung nicht mehr möglich. Für 2009 soll es aber wieder eine Reise ins jüdische Berlin geben. Wir werden rechtzeitig genaueres mitteilen.

 

Am Sonntag, dem 28. Oktober, beginnt unsere kleine Reihe der „Literarischen Soiréen“ mit der Lesung

„Ich glaube, er ist mein Vater“

aus Bernhard Schlinks Roman „Die Heimkehr“. Die antike Odyssee ist die Chiffre des Romans. Schlinks Protagonist Peter Debauer re­cherchiert seine Familienvergangenheit und steht der Lebensgeschichte seines Vaters gegenüber, der sich der Verantwortung seines menschenverachtenden Nazi-Propagan­dismus entzieht und diese Nicht-Annahme von Schuld später - unter neuer Identität – noch wissenschaftlich rechtfertigt. Je hellsichtiger Debauer das Leben des Vaters aufdeckt, desto mehr wird er auf die Verstörungen seiner eigenen Existenz zurückgeworfen . Es ist seine Odyssee, seine Irrfahrt zu sich selbst.

Es liest Rolf Idler, es moderiert Ulrike Süß. Beginn 18.30 Uhr, der Eintritt kostet 5,00 Euro.

 

Am Sonntag, dem 18. November wird dann die zweite Sorée angeboten, mit dem Titel:

Echo aus der Menschheitsdämmerung ,

Es ist eine Leseperformance der ganz besonderen Art, die in Darmstadt schon erfolgreich war.

Die Darmstädter Literaturinitiative LeseZeichen bringt in Zusammenarbeit mit

DIM (Darmstädter Improvisierte Musik) Gedichte deutschsprachiger Expressionisten

zu Gehör.

Die teils phantastischen Traumverse von Else Lasker-Schüler (gelesen von Tina Hummel), die verzweifelten Ausbruchsversuche aus einer zerfallenden Welt von Georg Trakl (Jan Vogelbacher), die kraftstrotzenden, kämpferischen Gedichte vom - fast – vergessenen Paul Zech und seine inspirierenden Übersetzungen der „rebellischen Franzosen“ Arthur Rimbaud und Francois Villon (Michel Schäfer) und die nüchtern sezierende Wortgewalt des Dichterarztes Gottfried Benn (Norbert Leist) werden begleitet und unterstützt von einem knirschenden Kontrabassgebälk (Heinz-Peter Hofmann) und einer Violine, die zwischen säuselnder Nachtigallenanmut und virtuoser Sirenengewalt hin- und hertaumelt (Christina Troeger).

Der Beginn ist auch hier um 18.30 Uhr.

 

Im November wird es sicher wieder verschiedene Veranstaltungen in Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf und Rüsselsheim zur Reichspogromnachtr geben. Wir weisen hier nur allgemein daruaf hin und müssen Sie zum jetzigen Zeitpunkt bitten, selbst auf die Ankündigungen in der Presse zu achten.                                                                                                                                  

 

                                                                      

 

Dieses Jahr gibt es aber auch noch eine außergewöhnliche Veranstaltung des Kulturamtes Büttelborn, bei der der Förderverein als Mitveranstalter auftritt. Darum weisen wir auf sie besonders hin und empfehlen sie auch allen Menschen dringend.

„Empfänger unbekannt“

heißt das sogenannte „Briefdrama“ von Kressman Taylor („Adress Unknown“, deutsch von Heidi Zerning). Es spielen Walter Renneisen und Jochen Nix. Termin ist

 

Freitag, der 09.11.2007, um 20.00 Uhr im Cafe Extra in Büttelborn

 

Dieses Stück erschien erstmalig 1938 als Fortsetzungsroman in einer amerikanischen Zeitschrift und wurde 62 Jahre später von Kressman Taylor wiederentdeckt und als „Briefdrama“ umgearbeitet. Es schildert die Freundschaft zwischen einem amerikanischen Juden und einem Deutschen, die durch die nationalsozialistische Ideologie und Politik zerstört wird. Es entstand ein spannendes Stück mit überrraschenden Pointen, das von „Spiegel“ und „Zeit“ gelobt und empfohlen wurde.

 

Karten für die kleine Bühne im „Cafe Extra“ gibt es über das Büttelborner Amt für Kultur im Vorverkauf (06152/178843).

 

Wenn es auch noch etwas weit weg ist, so wollen wir schon jetzt auf unsere Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2008 hinweisen. Sie heißt „Reise nach Lublin“.

Unser Fördervereinsmitglied und Lehrer Klaus Meinke war Teilnehmer der letzten Lublin-Reise. Sein Leistungskurs „Geschichte“ an der Georg-Büchner-Schule in Darmstadt hatte danach den Wunsch, selbst eine Gedenkstättenfahrt nach Lublin zu unternehmen. Diese „Klassenfahrt“ fand im Mai 2007 statt und war sehr erfolgreich. Der Kurs hat eine multimediale Arbeit über diese Reise angefertigt und es ist zu erwarten, dass sie anspruchsvoll sein wird und das Thema „Holocaust“ „und Polen unter deutscher Besatzung“ aus der Perspektive junger Menschen von heute betrachtet. Die SchülerInnen nehmen die Gelegenheit war, ihren Bericht in der ehemaligen Synagoge am 27. Januar vorzustellen. Den engagierten jungen Leuten ist eine rege Publikumsbeteiligung zu gönnen.

 

Hier wird dann auch Gelegenheit sein, sich ggf. auf die nächste Lublin-Reise unseres Vereins vorzubereiten. Wir haben die feste Absicht, im Herbst 2008 wieder eine solche Fahrt anzubieten. Interessenten sollten sich schon jetzt melden, damit wir bald Planungssicherheit haben.

 

Der Vorstand wünscht Ihnen eine gute Zeit und ein Wiedersehen auf einer unserer vielen Veranstaltungen

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Gez. Helmut Lange

 


 
| Autor: Helmut Lange |
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Es geht um eine Mitgliederwerbeaktion, die letzte Jahreshauptversammlung und die \"Aktion Stolpersteine\"

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