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 || Nr.345 || Datum: 19:41:30 31.03.2012 ||
 
23. Juli 2011  | lo

Gebetbuch kehrt zurück

Geschichte: In der Wetterau werden Erinnerungsstücke der aus Büttelborn stammenden Jüdin Elsie Levy gefunden, die heute in den USA lebt – Fotografien vom Anfang des 20. Jahrhunderts

BÜTTELBORN. 
Ein Gebetbuch aus dem Besitz der Familie Hirsch ist in der Wetterau gefunden und inzwischen an die Tochter der früheren Besitzer zurückgegeben worden. Foto: Ulrich Trumpold
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Ein Gebetbuch aus dem Besitz der Familie Hirsch ist in der Wetterau gefunden und inzwischen an die Tochter der früheren Besitzer zurückgegeben worden. Foto: Ulrich Trumpold


Einen aufregenden Telefonanruf erhielt vor wenigen Wochen die 94 Jahre alte Elsie Levy (geborene Hirsch) in Saint Louis, USA: Ihre Schulkameradin Marie Beisswenger aus Büttelborn, mit der Elsie Levy noch regen Kontakt pflegt, meldete sich, um mitzuteilen, dass zwei Dutzend Fotografien und Gebetbücher aus dem Besitz von Levys Eltern aufgetaucht sind.
Inzwischen hat Elsie Levy, deren Eltern Leopold und Johanna Hirsch (geborene Bruchfeld) 1941 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden und am 29. Januar 1942 in Auschwitz starben, die wertvollen Erinnerungsstücke erhalten. Elsie Levys Brüder Ferdinand und Ludwig flüchteten bereits 1935 in die USA, sie selbst folgte ihnen 1938.
„Marie Beisswenger und Elsie Levy waren völlig außer sich, als sie von dem Fund erfuhren“, beschreibt Ulrich Trumpold, Mitglied im Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau, die Gefühle der beiden Freundinnen. Er habe Elsie Levy, die trotz ihres Alters mit Computer und Internet gut klarkommt, sogleich Fotos von den Familienerinnerungen gemailt, erklärt Trumpold dem ECHO. Die Familie Levy sind nach Trumpolds Informationen die einzigen ehemaligen Büttelborner Juden, zu denen heute noch Kontakt besteht. Daher sei auch die nächste Stolpersteinverlegung vor dem ehemaligen Anwesen der Familie Hirsch in der Weiterstädter Straße 12 vorgesehen.
Entdeckt hat die Erinnerungsstücke Joachim Hahn, Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Juden in Süddeutschland und Webmaster der Internetseite „Alemannia Judaica“, der Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der jüdischen Geschichte im süddeutschen und angrenzenden Raum. Eine Familie aus der Wetterau habe dort über den Besitz einer Schachtel mit Fotografien und Gebetbüchern der Familie Hirsch berichtet, so Ulrich Trumpold. Hahn hatte zunächst Kontakt mit Bürgermeister Horst Gölzenleuchter aufgenommen, der wiederum Marie Beisswenger informierte, die die Eltern ihrer Schulfreundin auf den Fotografien sofort erkannte. Die verstorbene Großmutter der Familie aus der Wetterau wohnte während des Krieges in der Wilhelmstraße 10 in Darmstadt, wo auch Levys Mutter Johanna Hirsch bis kurz vor ihrer Deportation lebte. Johanna Hirsch bat ihre Mitbewohnerin vor der Deportation, die Bücher und Dokumente zu verwahren. Nach 70 Jahren stieß nun der Sohn der Familie aus der Wetterau auf Joachim Hahns Internetseite und brachte der hochbetagten Elsie Levy damit ihre Kindheitserinnerungen zurück.
Einem Artikel einer jüdischen Zeitschrift, der „St. Louis Jewish Light“, zufolge handelt es sich bei den kunstvoll ausgeschmückten Gebetsbüchern anhand von Stil und Qualität um eine Ausgabe aus Frankfurt-Rödelheim.

Vater, Mutter und drei Kinder: Die Familie Levy auf einem  1919 aufgenommenen Foto. Foto: Wulf-Ingo Gilbert
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Vater, Mutter und drei Kinder: Die Familie Levy auf einem 1919 aufgenommenen Foto. Foto: Wulf-Ingo Gilbert
 
 


 
| Autor: Jürgen Hedderich |
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