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 || Nr.498 || Datum: 17:30:40 30.06.2013 ||
  
25. Juni 2013  | Von Marvi Mensch

Die Spur verliert sich in Amerika

Gedenken – Stolpersteine erinnern jetzt in Büttelborns Mainzer Straße 1 an die Familie Hirsch

Künstler Gunter Demnig verlegte in Büttelborner fünf Stolpersteine, die an die einst in der Mainzer Straße 1 lebende Familie Hirsch erinnern soll.  Foto: Dieter Gölzenleuchter
| Vergrößern | Künstler Gunter Demnig verlegte in Büttelborner fünf Stolpersteine, die an die einst in der Mainzer Straße 1 lebende Familie Hirsch erinnern soll. Foto: Dieter Gölzenleuchter

BÜTTELBORN. 

Das Gebäude in der Mainzer Straße 1, vor dem der Kölner Künstler Gunter Demnig am Montagnachmittag fünf Messingplatten verlegte und das der Familie Hirsch gehörte, ist heute eine Filiale der Volksbank Südhessen-Darmstadt. Am 30. April 1912 verkaufte das Ehepaar Hirsch Haus und Grundstück an ihren am 5. Dezember 1877 geborenen Sohn Sigmund Hirsch und dessen Ehefrau Elise (geboren am 23. Dezember 1885) zum Preis von 8000 Mark.

Das berichtete Ulrich Trumpold von der Büttelborner Arbeitsgruppe Stolpersteine vor rund 60 Teilnehmern. Mit Namensplaketten der Opfer des nationalsozialistischen Terrors zu gedenken, bedeute, Menschen aus der anonymen Masse der Opfer herauszuheben, betonte Bürgermeister Andreas Rotzinger (CDU). Walter Ullrich, Vorsitzender des Fördervereins jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau, berichtete von einer Stolpersteinverlegung vor wenigen Tagen in Nierstein für die Opfer der Kornsandmorde. Er beschäftige sich seit 30 Jahren mit diesen Morden, die 1945 in den letzten Kriegstagen geschahen. Kinder und Enkel der Ermordeten hätten lange sehr darunter gelitten, dass der Mann, der die Opfer einem Wehrmachtsangehörigen „ans Messer lieferte“, kaum bestraft wurde und sie ihm immer wieder begegneten.

Wie sein Vater habe Sigmund Hirsch einen Viehhandel betrieben und das Vertrauen seiner Kunden genossen. Er sei als angesehener Mitbürger geachtet worden, berichtete Ulrich Trumpold. Die Eheleute hatten vier Töchter. Greta, geboren am 11. Februar 1908, wanderte bereits 1928 wegen der besseren Berufschancen nach Amerika aus. Für sie wurde daher kein Stein verlegt. Ihre Schwestern Betty, Erna und Irene, geboren zwischen 1910 und 1913, waren Hausmädchen oder Kindergärtnerinnen von Beruf. Insbesondere Viehhändler hätten die Nationalsozialisten nach 1933 als „arglistige Betrüger der Bauern“ ins Visier genommen, erklärte Trumpold.

Ehe die Familie Hirsch sich zur Flucht nach Amerika entschloss, emigrierte Tochter Erna Hirsch nach Palästina. Sein Haus habe Sigmund Hirsch für 8000 Reichsmark an Käufer aus Aachen veräußert. Damit, so Trumpold, verliere sich die Spur der Familie Hirsch. Auch, nachdem die Jewish Restitution Successor Organization einen Antrag auf Rückübertragung der Liegenschaft gestellt hat, hätten sich die früheren Eigentümer nicht gemeldet. Der Grundbesitz sei 1952 an die Gemeinde Büttelborn verkauft worden, die ihn später an die Ländliche Warengenossenschaft, der Vorgängerin der Volksbank, veräußerte.

Dass die Stolpersteinverlegung ein Projekt mit vier Säulen sei, erklärte Hans-Jürgen Vorndran vom Förderverein jüdische Geschichte und Kultur. Neben dem Ideengeber Gunter Demnig seien dies die politische Gemeinde, jene, die die Geschichte der Familien recherchierten und schließlich diejenigen, die die Patenschaften übernähmen. Für die Familie Hirsch übernahmen die Eheleute Ute und Ludwig Hofmann für Elise Hirsch die Patenschaft, Erika und Hans Kullmann für Sigmund Hirsch, Almut Lauenstein für Erna Hirsch sowie die Volksbank Südhessen-Darmstadt, für die Vorstand Hans-Peter Born die Urkunde entgegennahm, für Betty und Irene Hirsch. Bevor Mitglieder der Arbeitsgruppe Stolpersteine und die Paten weiße Rosen zum Gedenken auf die Steine legten, sprach Petra Kunik von der jüdischen Gemeinde Frankfurt ein Gedenkgebet.

 
 

 
| Autor: Jürgen Hedderich |
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