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DateitypVerlegung am 15.11.2014 Seite drucken zurück zur vorherigen Seite
 || Nr.593 || Datum: 18:28:28 30.09.2014 ||

Erinnerung an zwei jüdische Familien

Gedenken – Mit Stolpersteinen wird in Stockstadt Opfern der Nazi-Diktatur gedacht

Mit der Verlegung von Stolpersteinen soll am 15. November an zwei jüdische Familien erinnert werden, deren Mitglieder unter der Nazidiktatur aus Stockstadt vertrieben oder umgebracht wurden.

STOCKSTADT.

Am 15. November ab 15.30 Uhr wird der Kölner Künstler Gunter Demnig in Stockstadt Stolpersteine verlegen, die an einstige jüdische Mitbürger erinnern. Vorbereitet haben die Aktion der Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau, die Gemeinde Stockstadt und die Arbeitsgruppe Stockstädter Heimatgeschichte des Fördervereins Hofgut Guntershausen. Die Gemeindevertretung hatte die Unterstützung des Projekts mit großer Mehrheit beschlossen.

Mit der Verlegung von vier Steinen vor der Oberstraße 18 wird an die Familie Kahn erinnert: Moses und Lisette Kahn gelang 1937 mit den Töchtern Ruth und Hedwig die Flucht in die USA. Vor der Vorderstraße 4 werden für die Familie Westerfeld fünf Steine verlegt. Sie waren wohl die älteste und bedeutendste jüdische Familie in Stockstadt. Siegmund und Frieda Westerfeld wurden zuerst nach Darmstadt gebracht, von wo aus sie 1942 in den Osten deportiert und ermordet wurden. Siegmund Westerfelds Mutter Sara starb 1939 in ihrem Haus in Stockstadt. Die Töchter Betty und Edith konnten 1937 beziehungsweise 1938 in die USA emigrieren.

Bislang liegen in Deutschland mehr als 35 000 Stolpersteine. Die kleinen Betonwürfel werden vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern von Opfern des Naziregimes in den Gehweg eingelassen. Eine beschriftete Messingplatte auf der Oberseite erinnert an das Schicksal der Menschen erinnert, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert oder vertrieben wurden. Die Betonquader sollen Passanten zum Gedenken einladen und so die Opfer vor dem Vergessen bewahren. Das Bücken, um die kurzen Lebensdaten auf den Stolpersteinen lesen zu können, soll dabei als eine symbolische Verbeugung vor den Opfern verstanden werden.

Für das Projekt werden noch Sponsoren gesucht, dies ist durch die Übernahme einer Patenschaft für einen Stolperstein möglich. Pro Stein fallen 120 Euro an, es könne aber auch höhere oder niedrigere Summen gespendet werden. Weitere Auskünfte erteilt die Gemeindeverwaltung, Telefon 06158 82920.


 
| Autor: Jürgen Hedderich |
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Pressebericht im Groß-Gerauer Echo vom 24.05.2014

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