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Dateityp04.02.15: Verlegung von sieben Stolpersteinen Seite drucken zurück zur vorherigen Seite
 || Nr.637 || Datum: 18:07:51 28.02.2015 ||

Sieben kleine Denkmale für Naziopfer

Gedenken – Am Mittwoch verlegt Künstler Gunter Demnig Stolpersteine in Gernsheim

Zum dritten Mal werden in der Schöfferstadt Stolpersteine verlegt. Damit wird an die Schicksale der jüdischen Familien Nahm und Spiess sowie von Karoline Weil erinnert.
GERNSHEIM.

„Schneidet den Juden die Hälse ab!“ Dieser Ruf, kolportiert aus dem Gernsheim von 1935, wirft nur ein Schlaglicht auf das Schicksal der Menschen mosaischen Glaubens in der Schöfferstadt. Deren Geschichte beginnt mit dem Juden Machol, dessen Name der frühere Stadtarchivar Ludwig Becker im Ratsprotokoll von 1666 entdeckt hat. Für das Jahr 1806 nennt der katholische Pfarrer Konrad Dahl bereits 51 Einwohner jüdischen Glaubens, denen im katholischen Gernsheim nur 35 evangelische gegenüberstanden.

Zu Beginn der nationalsozialistischen Judenverfolgung lebten noch 29 Personen jüdischer Herkunft in der Schöfferstadt. Für einige von ihnen wurden bereits Stolpersteine verlegt, dazu für den katholischen Pater Dionys und Wehrmachtsdeserteur Adam Philipp Wenzel. Beim dritten Termin am Mittwoch (4.) ab 14 Uhr werden sieben Steine an drei Stellen der Stadt für Personen verlegt, die gewaltsam ihre Heimat verlassen mussten.

In der Elisabethentraße 11 wohnte die 1855 geborene Karoline Weil. Ihr Mann, Religionslehrer Salomon Weil, war schon 1913 verstorben. Sie wurde 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und dort am 5. Dezember 1942 ermordet. Ihr ältester Sohn war früh in die Vereinigten Staaten ausgewandert. Die dringende Bitte, ihm zu folgen, schlug die Witwe aus, da sie neben ihrem Mann begraben werden wollte.

In der Schafstraße 25 wird Familie Nahm bedacht. Der 1866 geborene Fabrikant Siegmund Nahm leitete das Obstwerk Gernsheim. Seine gestopften Zwetschgen wurden als „Carlsbader Plums“ und „Römische Pflaumen“ bis nach London exportiert. Er war Vorstand der jüdischen Gemeinde, sodass er sich der Auflösung der Synagoge widmen musste. 1939 gelang ihm die Flucht nach England mit seiner Frau Florentine und Tochter Helene. Später sollen die Nahms in die USA emigriert sein.

Der 1905 geborene Hermann Nahm wurde deportiert und in Auschwitz ermordet. Er war an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt zum Opernsänger ausgebildet worden. Im Gernsheimer „Rheinischen Boten“ war 1931 von „unserem“ Hermann Nahm zu lesen: „Nahms weicher, lyrischer Bariton ist noch schöner geworden, Behandlung und Vortrag erwiesen sich als gereift und bühnenfertig.“

In der Einsiedlerstraße 6 wird des Ehepaares Spiess gedacht. Bernhard Spiess, Jahrgang 1862, handelte mit Landprodukten, Eisenwaren und Textilien. Er verzog 1939 unfreiwillig nach Mainz; sein weiteres Schicksal ist unbekannt. In seinem Buch „Jüdische Gemeinde Gernsheim“ nennt Stadtarchivar Hans Herbert Hertling Hinweise auf die Flucht von Bernhard Spiess in die Pyrenäen, wo er 1941 gestorben sein soll. Diese Hinweise sind allerdings nicht belegbar.

Die 1863 geborene Ehefrau Emma wurde nach dem erzwungenen Umzug 1942 nach Theresienstadt deportiert und am 3. Januar 1943 ermordet. Tochter Selma Mayer lebte zuletzt in Walldorf, wurde im Lager Gurs ermordet. Für sie und ihren Mann gibt es Stolpersteine in Walldorf.

Die musikalische Gestaltung der Gedenkveranstaltung übernehmen Saxofonistin Tatjana Sandhöfer, Studentin an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, und Schüler des Gymnasiums Gernsheim.


 
| Autor: Jürgen Hedderich |
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