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DateitypMitgliederbrief 2/2004 Seite drucken zurück zur vorherigen Seite
 || Nr.79 || Datum: 16:17:51 31.03.2006 ||
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des Fördervereins,

Seit dem letzten Brief vom 24. Januar hat sich doch einiges ereignet, was des Berichtens wert ist. Im Mittelpunkt des letzten halben Jahres stand die 10-Jahresfeier am 18. Mai. Obwohl man sich ein paar Gäste mehr hätte wünschen können, war es doch nach einhelliger Meinung eine gelungene, eindrucksvolle Veranstaltung. Herauszuheben von allen Rednern ist wohl Herr Wysok aus Lublin, von der Gedenkstätte Majdanek. Mit seinem Vortrag über jugendliche Besucher in Majdanek präsentierte er nicht nur wertvolle Informationen, sondern sorgte auch dafür, dass unsere Feierstunde keine Nabelschau war. Das Gleiche gilt für den Beitrag von Frau Fränkel über die wieder entdeckten Reste der 1938 zerstörten Synagoge in Darmstadt. Ihr Schlusssatz – sie hätte sich 1938 wenigstens halb soviel Proteste gegen die Zerstörung der Synagoge gewünscht, wie es heute Proteste gegen die denkmalschützerische Konservierung ihrer Überbleibsel gibt – warf ein bezeichnendes Licht auf den Umgang mit dem Erinnern in unserem Lande.

Genauso wichtig wie die Redebeiträge war aber auch der musikalische Beitrag von Frau Willms und Herrn Dr. Seipp. Synagogale Orgelmusik und Frauengesang verdeutlichten, dass die Vielfalt des deutschen Judentums vor 1933 sehr viel größer war, als es heute die Stereotypen über jüdische Kultur in unseren Köpfen wissen und wahrhaben wollen.

Die musikalischen Soireen an den ersten Sonntagen in April bis Juni waren von Qualität und Inhalt her sehr erfolgreich. Wenig erfreulich war dagegen die Resonanz beim Publikum. Aber trotz der geringen Teilnehmerzahl soll die Reihe wiederholt werden – in der Hoffnung dass sich dies noch mehr herumspricht.

Von der Resonanz her erfolgreicher war die Ausstellung des russischen Malers Igor Wischnia. Seine Bilder zu jüdischen Feiertagen und anderen Themen konnten die Besucher sehr berühren. Der Vorstand beschloss dann auch, ein Bild, das besonders gut zum Ambiente passt, für die ehemalige Synagoge zu kaufen. Es schmückt nun unser kleines Foyer und ist allen Besuchern zugänglich.

Nach der Sommerpause wird die Reihe „Literarische Soiréen“ fortgesetzt. Wir haben sie diesmal „Die wunderbaren Jahre“ (nach Reiner Kunzes Prosatexten) genannt. Literatur entsteht oft durch die Biographie ihrer AutorInnen. Diesen Spuren geht die neue Lesereihe nach. Wie werden Lebensgeschichten in Literatur umgesetzt, wie Lebensverstörungen schreibend überkommen? Wie indiskret sind Gedichte, Romane und Tagebücher?

Bitte, merken Sie sich schon jetzt die Termine vor:


19. September: „Die wunderbaren Jahre“. Uwe Zerwer liest Texte von Reiner Kunze.


10. Oktober: „Hecke“, „Lo und Lu“. Olaf Weißenberg liest Hanns-Josef Ortheil.


31 Oktober: „Ein Tag im Jahr“. Lebensgeschichte, Mythos und Politik im Werk von Christa Wolf. Es liest Karin Klein.


21 November: „Am Beispiel meines Bruders“. Aus der Erzählung von Uwe Timm liest Christian Wirmer.


Jeweils sonntags, in der ehemalige Synagoge Erfelden. Beginn um 18.30 Uhr.


Am 8. September wird unsere Reihe „Vor 70 Jahren“ fortgesetzt. Das Thema diesmal: „Verwaltung und Administration. ´Werkzeuge` der Ausgrenzung von Juden im Jahr 1934“. Es spricht Walter Ullrich. Beginn 19.30 Uhr. Ort: ehemalige Synagoge Erfelden.


Am 9. November wird es wieder Veranstaltungen zur Reichspogromnacht von 1938 in Groß-Gerau und Mörfelden-Walldorf geben. Wir rufen auf, daran teilzunehmen. Ort und Zeit entnehmen Sie bitte jeweils der Presse.


Dann plant der Förderverein für nächstes Jahr zwei Reisen. Eine wird in das Jüdische Berlin führen und im Frühjahr stattfinden. Wir wollen dazu die Osterferien nutzen.


Die zweite, noch wichtigere, wird wieder nach Lublin führen. Es wird eine Gedenkstättenfahrt werden, die über Warschau und Treblinka nach Majdanek in Lublin führt und dort ihren Schwerpunkt haben wird. Wir werden uns dabei auch auf den Spuren deutscher Juden aus unserer Region befinden. Der Erfolg der letzten Reise ermutigt uns zu diesem Schritt. Diese Reise wird in den Herbstferien stattfinden. Damit wir etwas Planungssicherheit haben, teilen Sie uns doch bitte mit, wenn Sie Interesse an einer dieser Fahrten haben.


In diesem Zusammenhang steht unser z.Z. wichtigstes Projekt: einige Mitglieder des Vorstands haben mit Hilfe einer polnischen Germanistin ein Buch über die Lubliner Juden übersetzt. Der Förderverein wird dieses Buch im nächsten Jahr in Polen und Deutschland herausgeben. Es ist gut geeignet, um nachzuvollziehen, dass der Holocaust nicht allein die deutschen Juden betraf, sondern u.a. in großem Maße die Juden in Polen. Da viele deutsche Juden aus unserer Region in den Lubliner Raum deportiert wurden, um sie dort zu ermorden, gibt es eine innere historische Verbindung zwischen uns und der Lubliner Region. Wie so oft, braucht auch dieses Projekt finanzielle Unterstützung. Sie sind hiermit herzlich aufgerufen, Unterstützer für dieses Buch zu finden oder auch selbst die deutschsprachige Ausgabe finanziell zu fördern.

Mit dieser Bitte verbleiben wir bis zum nächsten Brief oder zu einer der nächsten Veranstaltungen.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit.

Im Namen des Vorstands

Helmut Lange


 
| Autor: Helmut Lange |
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