Gewaltsam verschleppt aus Mörfelden-Walldorf

Seit zwei Jahren wird mit Unterstützung des Fördervereins Jüdische Geschichte und Kultur die Verlegung von „Stolpersteinen“ in Mörfelden-Walldorf geplant. Das sind Gedenksteine für die zwischen 1933 und 1945 verschwundenen jüdischen Bewohner. Ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung brachte die Aktion endgültig auf den Weg.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig, der diese „Aktion Stolpersteine“ sozusagen erfunden hat, wird die ersten Steine in Mörfelden am 05. Juni 2007 verlegen.

Zur Vorbereitung dieser sehr wichtigen Aktion gibt es nach der Härtling-Lesung eine weitere grundlegende Veranstaltung, zu der die Bürgerinnen und Bürger Mörfelden-Walldorfs und des Kreises Groß-Gerau sehr herzlich eingeladen sind. Am

Sonntag, dem 6. Mai 2007, um 16:30 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses Walldorf,

wird Frau Monica Kingreen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt, über das Thema

„Gewaltsam verschleppt aus Mörfelden und Walldorf.

Die Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus den Dörfern und Städten des Volksstaates Hessen im Jahre 1942“

 

referieren. Dabei vermittelt sie konkrete Vorstellungen über Vorbereitung und Ablauf der Deportationen in den hessischen Ortschaften und geht weiter dem Schicksal der Deportierten nach. Monica Kingreen ist seit vielen Jahren mit der Erforschung des Jüdischen Landlebens in Hessen und der Verfolgung der Juden während der NS-Zeit beschäftigt. Sie ist vor allem mit ihrem umfangreichen Buch „Jüdisches Landleben“ hervorgetreten.