Ausstellung zur Geschichte der Familie Weishaupt

Mörfelden-Walldorf (ohl). Eigentlich sollte es nur ein geeigneter Einstieg in das Thema Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg werden. Doch aus der Patenschaft für den Stolperstein von Lydia Weishaupt, die eine neunte Klasse der Bertha-von-Suttner-Schule vor rund anderthalb Jahren übernahm, wurde ein umfassendes Projekt. Die Schüler haben eine Ausstellung zur Geschichte der jüdischen Mörfelder Familie Weishaupt zusammengestellt, für die sie auch selbst recherchierten. Die Ausstellung ist noch bis Ende nächster Woche zu den Öffnungszeiten des Walldorfer Rathauses zu sehen. Ergänzt werden die Wandtafeln der heutigen 10c durch Tafeln zur Geschichte der Familie Cohn, die drei Abiturientinnen der Suttner-Schule im Rahmen eines weiteren Projekts zusammengetragen haben. Auch eine digitale Version der Ausstellung gibt es. Sie kann an Computern im Rathaus aufgerufen werden und wurde bereits in den Internet-Auftritt der Schule integriert. Eine Präsentations-CD bietet die Klasse zum Verkauf an, der Erlös wird dem Förderverein für Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau gestiftet, der das Projekt der Klasse initiiert und begleitet hatte.

Bürgermeister Heinz-Peter Becker sagte bei der Eröffnung der Ausstellung im Rahmen eines Vortrags des Erfinders der Stolpersteine, Gunter Demnig, dass er sich vorstellen könne, bald die gesamten Ergebnisse der Stolperstein-Projekte auch in den Internet-Auftritt der Stadt zu integrieren. Hans-Jürgen Vorndran, Vorstandsmitglied im Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur und Organisator der Stolpersteine-Verlegung in Mörfelden und Walldorf, sagte, was die Schüler zusammengetragen hätten, ergebe „eine Unterrichtseinheit zum Thema NS, wie man sie nicht besser gestalten könnte“. Er freute sich außerdem über die rege Teilnahme von Lehrern und Schülern an den Projekten. Die Jugend müsse man für das Thema sensibilisieren, sagte er, denn: „Ohne die Jugend ist das alles hier nichts.“

DEN STAMMBAUM der Familie Weishaupt erläutern die Ausstellungsmacher Kelvin Thielecke und Elisabeth Schäffer den Gästen Ottmar Becker und Heinz Hechler.