Weitere Stolpersteine für Mörfelden-Walldorf

Stolpersteine gegen das Vergessen in Mörfelden-Walldorf

Dritte Verlegung am 28. März 2009 und weitere Veranstaltungen

Liebe Mitstreiter,

zu erst möchte ich mich für die sehr rege Beteiligung – trotz strömenden Regens – bei der zweiten Verlegung von Stolpersteinen in Mörfelden und Walldorf am 19. April 2008 sehr herzlich bedanken. Es war wieder eine sehr eindrucksvolle Veranstaltung unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern der Bertha-von-Suttner-Schule. Besonderer Dank gilt Katharina Stengel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fritz-Bauer-Institut, für ihre umfangreichen Recherchen zu den Lebensgeschichten der Juden in unserer Stadt sowie der Betreuung der überaus erfolgreichen Schülerarbeiten. Wovon im Weiteren noch zu berichten sein wird.

Zunächst das Wichtigste. Inzwischen hat mir die Koordinatorin Uta Franke bestätigt, dass die dritte und voraussichtlich letzte Verlegung von Stolpersteinen in unserer Stadt am Samstag, dem 28. März 2009 stattfinden wird. Wir treffen uns um 14:00 Uhr am Gedenkstein für die jüdischen FamilienRathausplatz Mörfelden, zum Gedenken an unsere „verschwundenen“ Nachbarn. Von dort aus begleiten wir Gunter Demnig zur Westendstraße 7-9, Herweghstraße 11 und An den Eichen 25-27, wo er insgesamt 10 Stolpersteine verlegen wird. An die Paten werden wieder Urkunden vergeben. Einzelheiten zum Ablauf der Veranstaltung werden noch über die Presse mitgeteilt.

Ich freue mich, Sie auf die Ausstellung „Familie Weishaupt. Chronik einer jüdischen Familie in Mörfelden in den Jahren 1925 – 1935 und der Zeit in der sie lebten.“ hinweisen zu dürfen, die vom 3. bis 21. November 2008 im Foyer des Landratsamtes in Groß-Gerau, Wilhelm-Seipp-Straße 4, gezeigt wird. Eine schöne Geste, weil dadurch die Arbeit der Klasse 10c mit ihrem Lehrer Manfred Seiler entsprechende Anerkennung findet. Aber auch das Projekt „Stolpersteine“ in Mörfelden-Walldorf Beachtung findet.

Am 9. November 2008 um 18:00 Uhr erinnert die Aktion Toleranz am Gedenkstein für die jüdischen Familien in Mörfelden an den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht. Wir möchten Sie herzlich bitten, an der Veranstaltung teilzunehmen. In diesem Zusammenhang rege ich an, dass die Übernehmer/innen von Patenschaften für einen Stolperstein, der Menschen gedenken, für die sie eine besondere Verantwortung übernommen haben; vielleicht durch das Niederlegen einer Blume?

Der Vorsitzende des FV, Pfarrer Walter Ullrich, wird am Sonntag, dem 18. Januar 2009 um 16:00 Uhr im Sitzungssaal des Walldorfer Rathauses zum Thema „Pogromnacht im Kreis Groß-Gerau“ sprechen und über die planmäßigen, kreisweiten Aktionen der Nazis gegen Juden, ihre Geschäfte und Häuser sowie Synagogen berichten.

Der Wilhelm-Hammann-Beirat hat im September d. J. beschlossen, den Wilhelm-Hammann-Preis an die beiden Studentinnen Jana Hechler und Lena Kalinowsky für ihre herausragende Arbeit im Rahmen des Abiturs „Schule im Dritten Reich. Jüdische Schicksale in der Zeit von 1933 bis 1942 im Raum Frankfurt/Main.“ zu vergeben. Auch die Klasse 10c der Bertha-von-Suttner-Schule mit ihrem Lehrer Manfred Seiler soll für ihre Spurensuche zum Schicksal der Familie Weishaupt aus Mörfelden ausgezeichnet werden. Zur Preisverleihung, die erstmals in unserer Stadt stattfindet,  laden wir herzlich für Freitag, 27. Februar 2009 um 19:30 Uhr in den Sitzungssaal des Walldorfer Rathauses ein.

Die jüdischen Gemeinden von Mörfelden und Walldorf gehörten, wie viele andere aus der Umgebung zum Friedhofsverband Groß-Gerau. Dort beerdigten sie ihre Verstorbenen, nach dem Religionsgesetz möglichst noch am gleichen Tag. Die letzte Beerdigung einer Verstorbenen aus Mörfelden fand am 8. März 1936 statt. Es war Amalie Rosenthal (* 5.8.1886) aus der Brückenstraße 2, die sich auf dramatische Weise das Leben nahm. Anlass für uns, Sie zum Besuch des Jüdischen Friedhofs in Groß-Gerau in der Theodor-Heuss-Straße für Sonntag, 15. März 2009 um 15: 00 Uhreinzuladen. Die Führung übernimmt Ulf Kluck, 2. Vorsitzender des FV und bis vor kurzem leitender städtischer Mitarbeiter, der den Friedhof über Jahrzehnte betreut hat. Ein profunder Kenner der Materie. Sie erreichen den Friedhof, der nicht ausgeschildert ist, über die Gernsheimer Straße indem Sie in die Theodor-Heuss-Straße einbiegen (Zufahrt zum Schwimmbad Höhe AOK).Er liegt dann rechter Hand. In Mörfelden-Walldorf starten wir vom Festplatz Walldorf um 14:30 Uhr nach Bildung von Fahrgemeinschaften.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie, Ihre Freunde und alle weiteren Interessierten an den angebotenen Veranstaltungen teilnehmen würden, um so Ihre Anteilnahme am Projekt „Stolpersteine gegen das Vergessen in Mörfelden-Walldorf“ zum Ausdruck zu bringen. Bitte notieren Sie sich die Termine und nutzen Sie dieses Schreiben als Wiedervorlage!

Sollten wir uns in diesem Jahr nicht mehr begegnen, so wünsche ich Ihnen schon heute eine besinnliche Zeit und ein gutes, friedliches und gesundes Jahr 2009, das wir dann gemeinsam mit Engagement angehen wollen!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Hans-Jürgen Vorndran,

Vorstandsmitglied und Projektbearbeiter, Schwarzwaldstr. 1, 64546 Mörfelden-Walldorf, T 06105 951 567, Email: hans-juergen.vorndran@web.de