Ankündigung: nächste Verlegung am 24. Juni 2013

Kurze Formel: Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.

Stolpersteine – Am 24. Juni werden in Gernsheim die ersten Gedenkquader gesetzt

Stolpersteine – mit diesem Kunstprojekt erinnert der Künstler Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit. In Gernsheim werden demnächst die ersten dieser Steine verlegt.

GERNSHEIM.


Als „Höhepunkt unseres bisherigen Wirkens als Verein“ bezeichnet Marianne Walz die Verlegung von Stolpersteinen in Gernsheim. Die Memor-Vorsitzende erinnert daran, dass der Verein bereits im Gründungsjahr 2008 die Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig auf die Initiativliste gesetzt hat. Am 24. Juni (Montag) werden um 16 Uhr die ersten Gedenksteine für Nazi-Opfer verlegt werden.

Die Memor-Aktivitäten begannen 2008 mit Anfragen beim Förderverein Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau (FJKG). Danach hat der Verein vier Bürgermeister von Ried-Kommunen besucht, um Unterstützung für das Projekt zu erhalten. Ausschlaggebend für die Verwirklichung in Gernsheim war letztlich eine parlamentarische Initiative von SPD und Grünen.

Das Parlament will damit „die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner, der religiös und politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas sowie der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig“ halten, wie es in der Entschließung heißt. „Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.“ lautet die kurz gefasste Formel für das Gedenken.

Es bedurfte erheblicher Recherchearbeit in einem Arbeitskreis, um das Anliegen zu verwirklichen. Außerdem war für die Verlegung der Steine mit den heutigen Hausbesitzern Einvernehmen herzustellen.

Am 24. Juni kommt Gunter Demnig, um die Betonquader mit Messingplaketten an zwei Stellen zu verlegen: um 16 Uhr für die Mitglieder der jüdischen Familie Schiefer in der Schmiedgasse/Ecke Riedstraße, danach für Pater Dionys vor der Kapelle Maria Einsiedel. Stolperstein-Paten sind Peter Burger, Jan Deboy und das Gymnasium Gernsheim für Richard, Jakob und Rosa Schiefer, Rudi Müller für Pater Dionys. Müller war der Erste, der sich für eine Patenschaft entschied: „Ich will bei anderen das Interesse für eine Patenschaft wecken.“ Weitere Patenschaftserklärungen liegen vor.

Den Rahmen der beiden Termine gestalten Schüler des Gymnasiums und der jüdische Liedermacher Dany Bober.