26.01.14: Lesung im Museum Mörfelden

Einladung
 
Sonntag, den 26. Januar 2014, 11.00 Uhr
Museum Mörfelden, Langgasse 45
wird Frau Klara Strompf
aus dem Buch
„Als junge ungarische Jüdin im Holocaust – Auschwitz, Ravensbrück, Mauthausen, Gunskirchen“
von Therese Müller lesen.
Am 27. Januar 2014 wird der internationale Holocaust-Gedenktag begangen.
Dieser Tag hält die Erinnerung an Verfolgte, Entrechtete und Ermordete wach, die im Naziregime Opfer wurden. Die Margit-Horváth-Stiftung erinnert am Sonntag, den 26. Januar mit einer Lesung an die Zwangsarbeiterinnen im KZ – Außenlager Walldorf.
Klara Strompf hat den Lebensbericht  von Therese Müller (1925 – 2007) ins Deutsche übersetzt und wird aus dem neu erschienenen Buch lesen.
Therese Müller war auf ihrem Leidensweg durch deutsche KZs auch in Walldorf und berichtet darüber in ihrem Buch mit sehr genauen Schilderungen des Lagerlebens:
„Ein neuer Morgen. Es wird immer kälter. Viele besuchen die Krankenschwestern wegen ihrer Krankheit oder Wunden. Die Schwestern nehmen regelmäßig bei der Aufstellung zum Morgenappell teil. Viele haben wunde Füße, manche auch verletzte Beine. Sie haben Bandagen auf ihren Wunden. Der groß gewachsene SS-Mann mit den wässerigen Augen tritt mit seinem Stiefel gegen die Bandagen, dass diese aufreißen und die Wunden platzen. Jedes Mal, und alle Wunden. Niemand weint. Die Wunden sind vereitert und voller Würmer. Es ist grauenhaft zu sehen. Ich kann nicht verstehen, wie es möglich ist, dass ein Mann wie dieser imstande ist, hungrige und verwundete Frauen in solcher Weise zu misshandeln. Was kann es sein, das ihn innerlich dazu bewegt?“
Durch viele glückliche Zufälle und ihre starke Persönlichkeit konnte Therese Müller den Holocaust überleben. Sie arbeitete später als Ärztin in Schweden.
Bereits bei ihrem Besuch in Mörfelden-Walldorf im Jahre 2000 (auf Einladung der Stadt waren 19 Überlebende in Mörfelden-Walldorf) begegnete die Autorin auch Klara Strompf, die im selben Ort in Ungarn geboren wurde – nur 25 Jahre später.
Aus dem intensiven Kontakt entstand der Wunsch, das Buch auch in Deutschland heraus zu bringen. Dieses Versprechen hat Klara Strompf nun eingelöst.
Mit großer Unterstützung durch den Herausgeber, Herrn Prof. Wiehn, (als Lektor und Finanzier) und den Leiter des Hartung-Gorre-Verlags, Herrn Wolfgang Hartung, wurde das Projekt nun verwirklicht. Auch die finanzielle Unterstützung der Margit-Horvath-Stiftung hat dazu ihren Beitrag geleistet.
Der Herausgeber und der Verlagsleiter lassen es sich nicht nehmen, bei der Lesung anwesend zu sein. Dazu werden sie am Sonntag extra aus Konstanz anreisen.
Therese Müller schreibt am Ende ihres Buches:
„Als ich in meinen Gedanken jetzt die vielen langen Jahre Revue passieren lasse, komme ich zu der Frage: Was ist es eigentlich, was ich suche und wovon ich denke, dass es in meinem Leben wichtig ist?
Ja, es ist das einfache, alltägliche Leben, mit vielen kleinen Freuden. Ein einfacher Wochentag – ohne Ängste.“
Für weitere Nachfragen stehe ich als verantwortliche Organisatorin dieser Veranstaltung der Margit-Horváth-Stiftung gerne zur Verfügung: Tel. mit AB: 06152-39359

 

Mit freundlichen Grüßen
Gez. Margrit Geffert-Holl
Vorstand der Stiftung
Ehem. Lehrerin der BvS-Schule