Thema Stolpersteine im Gemeindeparlament

Gedenken in Alltag der Gemeinde erweitern

Stolpersteine – Biebesheimer Grüne machen sich per Antrag für die Unterstützung einer örtlichen Initiative stark

Zwei Anträge haben die Grünen zur nächsten Gemeindeparlamentssitzung in Biebesheim gestellt. Es geht um die Unterstützung der Stolperstein-Initiative und um die Kontrolle von Falschparkern auf Geh- und Radwegen.
BIEBESHEIM.

„Es ist an der Zeit, zusätzlich zu dem Gedenkstein und der Ausstellung unseres Heimat- und Geschichtsvereins die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Biebesheim auch bei uns auf den täglichen Wegen der Menschen in unserer Gemeinde sichtbar zu machen.“ Das schreiben die Biebesheimer Grünen zur Begründung ihres Antrags für die Dezember-Sitzung des Gemeindeparlaments, die Biebesheimer Initiative „nach Kräften zu unterstützen“, die in der Rheingemeinde Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nazi-Regimes, wie unter anderem Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und politisch Verfolgte zu verlegen.

Damit wird nach Ansicht der Grünen keinesfalls das infrage gestellt oder in seinem Wert geschmälert, was in Biebesheim bislang mit dem Gedenkstein und einer Ausstellung im Museum zur Erinnerung getan worden sei. Mit den Stolpersteinen werde das Gedenken an die Opfer vielmehr unmittelbar in den Alltag der Gemeinde hinein erweitert, erläutert Fraktionsvorsitzender Albert Lautenschläger. Mit den vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz ins Trottoir eingelassenen Erinnerungssteinen werde den Opfern ein Stück ihrer Geschichte und Identität zurückgegeben.

Als „sehr unglücklich“ bezeichnete es Lautenschläger in einer Pressemitteilung, dass Bürgermeister Thomas Schell (SPD) eine Unterstützung der Stolperstein-Initiative abgelehnt habe. Schließlich würden weder Verwaltung noch Gemeinde als Initiatoren auftreten. Allerdings sei ihre Unterstützung erforderlich. Stark für das mehrfach ausgezeichnete Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig macht sich auch die Biebesheimer Grünen-Ortsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Ursula Hammann. Sie weist darauf hin, dass seit 2012 in den Nachbargemeinde Riedstadt, Stockstadt und Gernsheim bei mehreren Veranstaltungen Stolpersteine zur Erinnerung an vertriebene und ermordete ehemalige jüdische Bürger verlegt wurden.

Neben der Forderung, die Biebesheimer Stolperstein-Initiative zu unterstützen, haben die Grünen einen weiteren Antrag in die nächste Gemeindevertretersitzung eingebracht. Damit soll die Verwaltung aufgefordert werden, mit dem Ordnungsbehördenbezirk über eine Intensivierung der Überwachung des ruhenden Verkehrs in Biebesheim zu sprechen. Denn durch Falschparker auf Geh- und Radwegen würden Fußgänger, Rollstuhl- und Rollatorfahrer sowie Eltern mit Kinderwagen nicht nur behindert, sondern gefährdet, weil sie oft auf die Fahrbahn ausweichen müssten. Rollstuhl- und Rollatorfahrer würden sogar regelrecht blockiert, wenn etwa eine hohe Bordsteinkante ein Ausweichen unmöglich mache.