Goddelau muss etwas länger warten

Stolpersteine – Verlegungsaktion kann im November noch nicht wie geplant abgeschlossen werden

Die Vorbereitungsgruppe für die Stolpersteinverlegung im November in Wolfskehlen und Goddelau traf sich in der ehemaligen Synagoge in Erfelden. Gesucht werden noch Paten für die Wolfskehler Familie Jakob.

RIEDSTADT.

Die Stolperstein-Aktion zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus kann für Goddelau nicht am 15. November abgeschlossen werden. Das stellte sich am Freitag beim Treffen der Vorbereitungsgruppe in der ehemaligen Synagoge Erfelden heraus. Der Vorsitzende des Fördervereins Jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau, Walter Ullrich, berichtete, dass das Organisationsbüro des Kölner Künstlers Gunter Demnig Probleme mit der Anzahl von ursprünglich 18 geplanten Stolpersteinverlegungen in Wolfskehlen und Goddelau hat. Die Gruppe verständigte sich daher darauf, im November lediglich sechs Stolpersteine in Wolfskehlen und einen in Goddelau zu setzen.

Demnig lässt zehn auf zehn Zentimeter große Betonwürfel mit einer Messingplatte in die Gehwege vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz von während der Nazi-Diktatur verfolgten, vertriebenen und ermordeten Menschen ein. Am 19. Februar wurden in Wolfskehlen und Goddelau die ersten Stolpersteine verlegt, im November sollte die Gedenkaktion für beide Stadtteile abgeschlossen werden. Das gelingt durch die notwendig gewordene Reduzierung nun nur in Wolfskehlen. Dort wird Demnig am 15. November ab 13.30 Uhr fünf Steine für die Mitglieder der Familie Jakob in der Gernsheimer Straße 6 und vor dem Haus Kirchplatz 6 einen für Rosa Babette Oppenheimer verlegen. In Goddelau soll außerdem mit einem Stolperstein in der Friedrichstraße 41 an Peter Reuter erinnert werden. Reuter wurde wegen seiner politischen Ansichten verfolgt und überlebte nur knapp das Konzentrationslager Buchenwald, das von der US-Armee befreit wurde.

Anschließend wird Demnig noch in Stockstadt Steine verlegen, informierte Ullrich die Gruppe. Dort soll es auch ein abschließendes Kaffeetrinken geben, das von den Riedstädter und Stockstädter Projektgruppen gemeinsam organisiert werden wird. Die restlichen Gedenksteine in Goddelau werden nun gemeinsam mit den ersten für Crumstadt Geplanten im Frühjahr nächsten Jahres verlegt.

Bei dem Treffen stellte sich heraus, dass noch dringend Paten für die Stolpersteine zu Ehren der Wolfskehler Familie Jakob gesucht werden, ein Stein kostet 120 Euro. Außerhalb der Patenschaft können Unterstützer aber auch allgemein spenden, um die sonstigen Kosten der mehrjährigen Aktion zu tragen. So werden voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder Nachkommen vertriebener jüdischer Mitbürger zur Steinverlegung ins Hessische Ried reisen. Diese Begegnungen unterstützt der Förderverein mit Zuschüssen für Flug- und Übernachtungskosten.

Weitere Informationen gibt Walter Ullrich, Telefon 06147 8361, E-Mail suw-ullrich@onlinehome.de. Die Projektgruppe hat ihr nächstes Treffen für 12. September um 19 Uhr in der ehemaligen Synagoge geplant.